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	<title>der leere raum</title>
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	<description>wo nichts ist, ist alles möglich.</description>
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		<title>heimat.</title>
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		<pubDate>Fri, 02 Dec 2011 21:53:19 +0000</pubDate>
		<dc:creator>claudia.maurer</dc:creator>
				<category><![CDATA[stücke]]></category>
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		<description><![CDATA[premiere und derniere gleichzeitig an einem tag: am 2. dezember 2011. an einem ort, der einen wunderbaren raum für theater besitzt, von dessen vielleicht 20 qualitativ guten scheinwerfern gerade mal 6 funktionieren. 8 monate vorbereitung auf diesen einen abend. eine stunde konzentrierte aufmerksamkeit auf 11 frauen, die unterschiedlicher nicht sein können von einem publikum, das [...]<p class="extra"><a href="http://jarederickson.com/freebies/" title="Jared Erickson" >A minimal wordpress theme by Jared Erickson</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>premiere und derniere gleichzeitig an einem tag: am 2. dezember 2011.<br />
an einem ort, der einen wunderbaren raum für theater besitzt, von dessen vielleicht 20 qualitativ guten scheinwerfern gerade mal 6 funktionieren. </p>
<p>8 monate vorbereitung auf diesen einen abend. eine stunde konzentrierte aufmerksamkeit auf 11 frauen, die unterschiedlicher nicht sein können von einem publikum, das weniger deutsch (in äußerst positivem sinne) fast nicht sein könnte. </p>
<p>dieser abend soll verbinden. das abend- und das morgenland. erzählen, erklären, verstehen machen, mitfühlen lassen, eine verbindung ermöglichen. </p>
<p>leider ist das abendland nur in sehr geringen anteilen vertreten.<br />
frage ich mich allein, ob integration nur von den menschen ausgehen sollte, die zugewandert sind? habe ich zu wenig werbung gemacht? ist es die geschlechtertrennung, die für unsere kultur immer ein bisschen nach emanzentum riecht, im morgenland aber als vorbote für eine richtig prima party unter frauen gilt?</p>
<p>der zuschauerraum ist voll. mädchen und frauen allen alters warten auf den beginn. es ist sehr diszipliniert, sehr engagiert. auf der bühne und im publikum. 20 kinder wurden abgegeben, zwei engagierte frauen ermög-lichen den anderen sechzig einen entspannten abend für sehr geringes entgelt und passen auf.</p>
<p>an der seite steht schon das buffet. reichlich, wie ich mir erzählen ließ, denn selbst gesehen habe ich es nicht.</p>
<p>es ist laut, und doch sehr, sehr leise, kennt man die kultur ein wenig.<br />
die frauen auf der bühne erzählen den frauen im zuschauerraum ihre geschichte, die zum großteil auch die des publikums ist. die geschichte von verlassenwerden und -sein, von schönen orten und düften, von vätern und müttern, von sprachbarrieren und liebe, von krieg, blut, ungerechtig-keit, schicksalen und tränen, von lachen und glück, frieden und freiheit. sie zeigen offen, wer sie sind, lassen teilhaben an ihrem leben, sprechen über ihre geschichte und das publikum geht mit, lacht und weint mit der erzählerin.</p>
<p>eine stunde ist es still. dann brandet der applaus auf und die ersten frauen aus dem zuschauerraum stürmen die bühne, um mitzutanzen, denn das war der plan. ab da ist es ein fest, ein lachen und strahlen, ein kampf um den ghettoblaster (arabische musik ist besser als türkische ist besser als arabische).</p>
<p>bis ich meine 15 rosen verteilt habe, ist das buffet leergefuttert.<br />
so ist das. wer zuletzt kommt, hat halt pech. die frauen tanzen ausgelassen, die kinder sind mittlerweile dazugekommen und spielen zwischen den neuen bühnenvorhängen verstecken und es ist einfach schön. </p>
<p>nach einer stunde feiern wird nach hause gegangen. die mitgebrachten kinder müssen ins bett, die männer, die zuhause auf den rest aufpassen oder auch nicht, rufen schon an. </p>
<p>drei hellhaarige abendländerinnen und eine aus dem morgenland sind fast die letzten und hängen die vorhänge ab, während noch getanzt wird. zwei bleiben übrig, räumen den restlichen müll weg, fegen den boden und schließen den raum, der nicht mehr als der bühnenraum von gerade eben zu erkennen ist.</p>
<p>hat die veranstaltung vielleicht gar nicht stattgefunden?</p>
<p>denn 60 morgenländerinnen an einem tag zur selben zeit an einem ort VOR eine bühne und 9 zu den selben konditionen AUF eine bühne zu bringen, ist EIGENTLICH gar nicht möglich.   </p>
<p>vorbei ist das ganze, wie ein spuk.</p>
<p>schön wars.</p>
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		<title>we are all a part of the same thing.</title>
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		<pubDate>Wed, 28 Sep 2011 00:18:49 +0000</pubDate>
		<dc:creator>claudia.maurer</dc:creator>
				<category><![CDATA[glückssternchen]]></category>
		<category><![CDATA[INSPIRE!]]></category>
		<category><![CDATA[inspire!]]></category>
		<category><![CDATA[kunst]]></category>

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		<description><![CDATA[<p class="extra"><a href="http://jarederickson.com/freebies/" title="Jared Erickson" >A minimal wordpress theme by Jared Erickson</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<div class="wp-caption alignnone" style="width: 560px"><a href="www.dominiquefalla.com"><img alt="" src="http://www.dominiquefalla.com/wp-content/uploads/2011/09/weareallapart.png" width="550" height="778" /></a><p class="wp-caption-text">ihre seite ist der himmel. www.dominiquefalla.com</p></div>
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		<title>lieber ewig.</title>
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		<pubDate>Tue, 28 Jun 2011 10:42:54 +0000</pubDate>
		<dc:creator>claudia.maurer</dc:creator>
				<category><![CDATA[theaterhelden]]></category>
		<category><![CDATA[dieter dorn]]></category>
		<category><![CDATA[helden der jugend]]></category>
		<category><![CDATA[klassiker]]></category>
		<category><![CDATA[münchener kammerspiele]]></category>
		<category><![CDATA[theater]]></category>

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		<description><![CDATA[„der könig dankt ab“, lese ich. kurz danach einen namen. dieter dorn. es arbeitet. eine kurze pause findet statt in meinem denken. danach entrollen sich die bilder. ich, 1999, in den damaligen kammerspielen sitzend, programmheftbewaffnet, im stilvoll beleuchteten theatersaal, den das publikum langsam füllt, und ein bisschen angst im nacken, da ein klassiker auf dem [...]<p class="extra"><a href="http://jarederickson.com/freebies/" title="Jared Erickson" >A minimal wordpress theme by Jared Erickson</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>„<a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/35819" title="artikel sz-magazin no. 23" target="_blank">der könig dankt ab</a>“, lese ich. kurz danach einen namen.<br />
dieter dorn.</p>
<p>es arbeitet. eine kurze pause findet statt in meinem denken. danach entrollen sich die bilder.</p>
<p>ich, 1999, in den damaligen kammerspielen sitzend, programmheftbewaffnet, im stilvoll beleuchteten theatersaal, den das publikum langsam füllt, und ein bisschen angst im nacken, da ein klassiker auf dem programm steht: griechisch. und wirklich, wirklich alt. </p>
<p>nach einem jahr an der schauspielschule habe ich gerade eine bedenkzeit eingelegt und arbeite für einige zeit am münchner designzentrum, um zu prüfen, ob mich das eventuell von meiner hartnäckigen bühnenleidenschaft erlöst. ich habe ja schließlich schon ein abgeschlossenes designstudium hinter mir.</p>
<p>ich warte darauf, dass sich der rote vorhang hebt und denke an den augenblick, in dem ich seinen „könig lear“ im fernsehen gesehen habe, die wände der sonst leeren bühne auf einen harten knall umstürzend, sturm, laub, lear ein stück grasbewachsene erde in der hand, und mir die tränen in die augen tretend vor hilflosigkeit und mitleid mit diesem armen alten mann, dem so übel mitgespielt wird. dabei bin ich nur zufällig auf dem kanal gelandet.</p>
<p>an diesem abend steht mein entschluss fest: ich muss nach münchen, muss in die kammerspiele und dieses theater von dieter dorn ganz persönlich sehen.</p>
<p>jetzt sitze ich also mittendrin und darf lernen, dass ich sogar einen klassiker wie &#8211; wie heißt er noch gleich? &#8211; verstehen kann, obwohl griechische geschichte mir noch immer fremd ist und ihre form des theaters ebenfalls. dieter dorn, der damalige intendant der kammerspiele, hat in seiner inszenierung die alte form bedient, wieder einmal eine seiner wunderbaren leeren bühnen genutzt und sogar ein riesiges echtes pferd samt reiter passt in die inszenierung, ohne aufgesetzt oder fremd zu wirken. ich fiebere mit mit den protagonisten, bewundere den deus ex macchina und verstehe für kurze zeit die alten griechen. von ganz innen.</p>
<p>und am abend danach gleich nochmal ich, im selben raume, zutiefst berührt und begeistert applaudierend, mitten drin in mehrfachen standing ovations, nach einem tschechow &#8211; ich glaube, es war „die möwe“ &#8211; wiederum eine inszenierung von dorn. oder war es &#8220;onkel wanja&#8221;? ich muss mal das programmheft suchen. das habe ich nämlich aufgehoben.</p>
<p>dieser tschechow und genau dieser andere klassiker, dessen namen mir nie einfallen will, dessen inszenierung mich aber zutiefst beeindruckt hat und erstaunt und erfreut und und und, diese beiden stücke haben mein leben geprägt und in die richtung hin verändert, in die ich noch immer gehe. ich bin theaterregisseurin geworden, bin dem theater nicht entkommen. weil mir hier so eindrucksvoll präsentiert wurde, was es kann.</p>
<p>großes theater, in eine liebevolle leichtigkeit und eine wunderbare ästhetik verpackt. der tschechow, witzig, geistreich, russisch, in dem jeder blick, jeder atemzug zwischen den menschen stimmt. einfach nur &#8220;schauspieler&#8221; vermag ich sie noch heute nicht zu nennen. sie tauchen ein in die tschechow-welt und erzählen mir die geschichte so, als würde sie eben in diesem moment geschehen. ich glaube jedes wort, atme, lache, weine jeden atemzug mit und vergesse, wer und wo ich bin, beobachte die beziehungen auf der bühne gespannt und verstehe im innersten, dass das die wahrheit ist und das geheimnis:</p>
<p>dass das theater jeden menschen erreichen kann, weil geschichten über menschen für menschen immer aktuell und spannend sind und sein werden, unwichtig in welcher zeit sie geschehen und welcher kultur sie angehören. wenn sie authentisch und mit liebe und ernsthaftigkeit erzählt werden. wenn sie für das publikum erzählt werden.</p>
<p>dass das theater mich überall hinbringen, mitnehmen, mich an der hand nehmen und an einen fremden ort reisen lassen kann. und ich verstehe dann shakespeare und die alte sprache der griechen,  falk richter und elfriede jelinek, georg büchner und friedrich schiller. es ist egal.</p>
<p>ich reise durch die zeit und bin dabei.*</p>
<p>ich glaube nicht, dass dieter dorn seine art zu inszenieren in der zwischenzeit verändert hat. es scheint mir eher eine einstellung zu sein und keine mode. und dass er mit seinen inszenierungen stets eine 80%ige mindestauslastung seiner theatersäle erreicht hat, erfreut mich, wundert mich aber gar nicht. im gegenteil.</p>
<p>er zeigt schönheit, menschlichkeit und lässt stets raum für ein lachen, ein weinen, den zuschauer. er berührt. dafür bin ich ihm zutiefst dankbar.</p>
<p>dieter dorn verlässt das münchener residenztheater. und mit ihm die meisten seiner schauspieler. gekündigt.</p>
<p>nichts währt ewig. aber in diesem falle wäre mir das lieber.</p>
<p>*für neugierige empfehle ich die wunderbare fotostrecke des residenztheater-hausfotografen <a href="http://sz-magazin.sueddeutsche.de/texte/anzeigen/35844" title="fotos vor und hinter der bühne des residenztheaters" target="_blank">thomas dashuber</a>.</p>
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		<title>randgruppentraining.</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Oct 2010 16:14:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator>claudia.maurer</dc:creator>
				<category><![CDATA[training & co.]]></category>
		<category><![CDATA[essen]]></category>
		<category><![CDATA[ich bin eine randgruppe]]></category>
		<category><![CDATA[theater]]></category>
		<category><![CDATA[theatertraining]]></category>
		<category><![CDATA[training]]></category>

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		<description><![CDATA[im april 2009 bin ich nach essen gezogen und habe für diesen neuanfang mein leben in bremerhaven aufgegeben. gute auftraggeber, nette kollegen, tolle kleine und größere theaterprojekte und viele junge leute (meine schüler), mit denen ich sehr gerne gearbeitet habe. in essen angekommen war erste priorität, schnellstmöglich meine existenz zu sichern, menschen kennenzulernen und meine [...]<p class="extra"><a href="http://jarederickson.com/freebies/" title="Jared Erickson" >A minimal wordpress theme by Jared Erickson</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>im april 2009 bin ich nach essen gezogen und habe für diesen neuanfang mein leben in bremerhaven aufgegeben. gute auftraggeber, nette kollegen, tolle kleine und größere theaterprojekte und viele junge leute (meine schüler), mit denen ich sehr gerne gearbeitet habe.</p>
<p>in essen angekommen war erste priorität, schnellstmöglich meine existenz zu sichern, menschen kennenzulernen und meine arbeit bekannt zu machen. zunächst musste ich überleben können, dann wollte ich wieder &#8220;richtiges&#8221; theater machen. also stücke inszenieren. und ich begann, zu unterrichten.</p>
<p>ich arbeite mit sogenannten &#8220;gesellschaftlichen randgruppen&#8221;, also menschen, die sich nicht in eine schublade von normalität (was auch immer das ist) einordnen lassen, genauer gesagt sind es menschen, die von der gesellschaft &#8220;ausgeordnet&#8221; werden.<br />
da sind z. b. frauen, die sich nach der babypause oder ähnlichen unterbrechungen beruflich neu orientieren und/oder wiedereinsteigen wollen. es sind frauen aus aller herren länder, sogenannte &#8220;migrantinnen&#8221;, die unter anderem deutsch lernen und in unsere gesellschaft eingebunden werden sollen. ich arbeite auch mit seniorinnen und senioren, und neuerdings (genauergesagt seit heute) mit einer gemischten gruppe von frauen und männern, und zwar sogenannten &#8220;alg2-empfängern&#8221;, die der weiteren &#8220;randgruppe&#8221; &#8220;50plus&#8221; angehören. </p>
<p>wer sich am begriff &#8220;randgruppe&#8221; stört, mag sich bitte an behörden wie die agentur für arbeit, das jobcenter und unter anderem auch die deutsche wirtschaft wenden, die haben ihn erfunden und machten und machen ihn möglich.</p>
<p>ich unterrichte und lerne täglich für mein leben.<br />
und schäme mich für mich und für meine landsleute und -leutinnen für diesen begriff, denn ich treffe keine &#8220;randgruppen&#8221;, sondern MENSCHEN. menschen unterschiedlicher hautfarbe, verschiedensten alters, kultur und mit unterschiedlichsten schicksalen, die mehr erlebt haben als manch eine/r sich vorstellen kann, die/der sicher und warm in ihrem/seinem vertrauten leben sitzt und seine (vielleicht auch unbewussten) vorurteile hegt, weil er ganz einfach niemanden von diesen menschen persönlich kennenlernt, und dazu habe ich bis vor einem jahr auch noch gehört und tue es teils noch. </p>
<p>wie auch? und wo?<br />
(wann treffe ich z. b. eine schwarzafrikanerin und komme mit ihr ins gespräch?)<br />
es gibt sehr wenig schnittpunkte dafür in unserer gesellschaft. </p>
<p>aber ausgrenzung gibt es.<br />
das scheint die erste und oft einzige reaktion auf fremdheit oder anderssein zu sein, die der mensch kennt. </p>
<p>und auch ich habe vorurteile. ich werde tagtäglich (in meiner arbeit) mit ihnen konfrontiert. </p>
<p>vor kurzem hatte ich eine kleine identitätskrise. ich dachte nämlich, ich sei keine richtige künstlerin mehr. weil ich noch immer &#8220;nur unterrichte&#8221; und nicht &#8220;inszeniere&#8221;, aber langsam wieder zeit und kraft dazu hätte.</p>
<p>aber jetzt gerade frage ich mich ernsthaft, ob es nicht das bessere theater, nämlich das echte leben, ist, das ich erlebe. bzw. die besseren, wahrhaftigeren geschichten, die ich höre. was ich nämlich höre, täglich neu, ist so unfassbar, so unglaublich. was menschen erleben und erlebt haben und mir erzählen, ist so viel spannender als ein ausgedachtes stück literatur. das tatsächliche drama daran ist, dass es wahr ist. aber die wunderbaren menschen, die ich treffe, sind auch wahr.</p>
<p>in dieser arbeit mit diesen &#8220;randgruppen&#8221; habe ich größtmögliche annahme, gastfreundschaft und offenheit erlebt. ich sitze seit mehr als einem jahr als einzige deutsche unter lauter türkinnen und frühstücke, und ich habe niemals, kein einziges mal, einen merkwürdigen blick, ein böses wort, eine falsche schwingung empfangen. ich spüre annahme, offenheit und freundschaft, auch wenn ich oft (ähhh meistens) kein wort verstehe. ich habe vieles gelernt über die mir fremde kultur, bekomme bereitwillig erklärt, wonach ich frage und stoße auf freude darüber, dass überhaupt einmal jemand fragt (zum beispiel: &#8220;warum trägst du ein kopftuch?&#8221;). ich erhalte auf alles, wonach ich frage, eine antwort und die ist immer freundlich.<br />
das ist kein verhalten, wofür ich meine hand ins feuer legen würde, würde eine türkische (oder anders nichteuropäische) frau in eine deutsche frauengruppe kommen. darüber habe ich viel nachgedacht, lasse mich aber gern eines besseren belehren.</p>
<p>wenn ich sage, ich unterrichte, meine ich, wir spielen gemeinsam theater.</p>
<p>und wenn ich das erste mal sage, &#8220;ich mache theater&#8221;, bin ich eine fremde unter fast allen menschen, die ich treffe. die wenigsten leute antworten mit &#8220;toll, wie interessant!&#8221; oder &#8220;erzähl mir, was du machst!&#8221;. </p>
<p>&#8220;theater ist nicht meine welt&#8221;, &#8220;ich bin nicht für die bühne geeignet&#8221;, &#8220;textlernen ist nicht so mein ding&#8221;, &#8220;ich bin nicht intellektuell genug für theater&#8221;, &#8220;mit theater kann ich nix anfangen&#8221;, &#8220;theater ist langweilig&#8221; oder &#8220;ich kann nicht gut genug deutsch&#8221; sind die standardsätze, die ich höre. ich kann das auch gut verstehen. ich gehe nicht gern ins theater. ich finde es meist langweilig und bin enttäuscht, weil ich mich nicht berührt fühle von dem was ich sehe. </p>
<p>am liebsten gucke ich stücke von freien gruppen und von amateuren. da empfinde ich das feuer und die begeisterung mit, da fühle ich lust auf der bühne und freude und ich kann mitgehen und mich vergessen.</p>
<p>ich bin keine theaterpädagogin und ich arbeite nicht pädagogisch.<br />
bei mir lernt man trotzdem keinen text auswendig, man muss nicht fließend deutsch können und wenn es langweilig wird, läuft grundsätzlich etwas falsch. ich erwarte und erbitte absolute ehrlichkeit, keiner muss etwas tun, was er oder sie nicht will und mir ist vor allen dingen wichtig, dass es spaß macht, was wir tun. fehlermachen ist erwünscht, gutsein (oder gar besser) ist langweilig und überflüssig und fairness innerhalb der gruppe ist das a und o. </p>
<p>wenn ich das erkläre, ist der bann IMMER gebrochen. nach einer halben stunde training haben sie meistens vergessen, dass sie je vorbehalte hatten. und das ist, erstaunlicherweise, in jeder gruppenkonstellation so. (ich hatte bis heute morgen das vorurteil, in einer gemischten gruppe &#8211; also männer und frauen &#8211; wäre das SCHWIERIG. aber ich habe mich getäuscht.)</p>
<p>und so trifft randgruppe auf randgruppe und ergänzt sich prima. das theater verbindet menschen auf eine unglaubliche weise. wir spielen und manchmal lernen wir erst, zu spielen. es geht um freude und um kreativität und dann ist es so egal, ob jemand jung, alt, gelb, grün, schwarz oder lila ist. es geht um begegnung, es geht um kontakt und kommunikation. es geht darum, sich gegenseitig und das publikum zu berühren, echt zu sein, authentisch und  voller freude &#8211; und dabei sind alle menschen gleich.</p>
<p>was das theater lehren kann, tut es durch sich selbst.<br />
ich kann das nur deutlich machen durch das reflektieren in der gruppe und das sehe ich durchaus als meine aufgabe. denn ich bin die fachfrau. theaterspielfachfrau. ich leite an. ich trage die verantwortung.</p>
<p>ich muss nicht die sprache verstehen, um zu wissen wie jemand sich fühlt.<br />
und das ist die qualität von theater. das hat für mich nichts mit intellektualität zu tun, nichts mit bildung und nichts mit großer kunst. wenn ich im theater nicht berührt werde (und das ist leider viel zu oft der fall), ist das nicht mein problem als zuschauer, sondern das des theaterschaffenden. </p>
<p>theater ist die kunst, gute geschichten zu erzählen und zu berühren. nicht mehr und nicht weniger. </p>
<p>wird der zuschauer nicht berührt, hat das theater versagt. </p>
<p>jeder mensch kann spüren, wann er berührt ist und wann nicht und tut unbedingt gut daran, sich selbst diesbezüglich zu vertrauen.</p>
<p>warum und wie es funktioniert, dass theater den menschen berührt, das beschäftigt mich, seit ich theater mache. mein ziel ist es, zu berühren, mit allem was ich mache. </p>
<p>die begeisterung, die ich selbst spüre und auch bei den menschen erlebe, mit denen ich arbeite, möchte ich gerne mit euch teilen. ich möchte euch von den menschen erzählen, mit denen ich zu tun habe, während ich unterrichte.<br />
und ich möchte von euch geschichten hören oder lesen, eure meinung hören oder lesen und eine rückmeldung bekommen.</p>
<p>wenn ihr wollt.<br />
ich würde mich freuen!</p>
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		<title>premiere.</title>
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		<pubDate>Mon, 18 Oct 2010 13:33:20 +0000</pubDate>
		<dc:creator></dc:creator>
				<category><![CDATA[allgemein]]></category>
		<category><![CDATA[premiere]]></category>

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		<description><![CDATA[so. dies ist also mein erster blogbeitrag! ein bisschen merkwürdig, gefühlt so ins nichts zu schreiben. aber es drängt mich. vielleicht fragst du dich, warum ich zwei blogs habe. (meine internetseite www.der-leere-raum.de ist auch ein blogsystem.) weil ich das dortige blog nutze, um meine einzelnen projekte zu beschreiben und zu zeigen, und dieses blog hier [...]<p class="extra"><a href="http://jarederickson.com/freebies/" title="Jared Erickson" >A minimal wordpress theme by Jared Erickson</a></p>]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p>so. dies ist also mein erster blogbeitrag!<br />
ein bisschen merkwürdig, gefühlt so ins nichts zu schreiben. aber es drängt mich.</p>
<p>vielleicht fragst du dich, warum ich zwei blogs habe. (meine internetseite www.der-leere-raum.de ist auch ein blogsystem.)<br />
weil ich das dortige blog nutze, um meine einzelnen projekte zu beschreiben und zu zeigen, und dieses blog hier bei theaterblogs.de nutzen möchte, um ÜBER meine einzelnen projekte zu schreiben und davon zu erzählen, was ich während und durch meine arbeit erlebe.</p>
<p>was ich mir sehr wünsche ist austausch in jeder hinsicht &#8211; künstlerisch und menschlich.<br />
und ich wünsche viel spaß beim lesen!</p>
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